Segeln und Rudern beim PSV90 Neubrandenburg e.V.


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Geschichte

Rudern


Die Geschichte des Polizeisportvereins Neubrandenburg von 1990 - Ruderabteilung


Anstoß für die Gründung einer Sektion Rudern in
Neubrandenburg war die Auflösung der Sektion Ringen der SG
Dynamo wegen mangelnder Trainingsbedingungen dieser
Sektion. Beschlossen wurde durch die damalige Bezirksleitung
Dynamo die Bildung einer Basisgruppe Rudern. Dem Beschluß
folgten erste Boote - Gigs D2m Und D4m und ein B-Gig Einer
aus Berlin.

Mir begegneten beim Schwimmen im Sommer 1964 dann in der
Tollense im B-Gig D2m drei kräftige Ruderer.
Ich hatte keine Ahnung davon, dass es Rudern zu
diesem Zeitpunkt in Neubrandenburg gab.
Die 14-jährigen Jungen machten mir begreiflich, dass das aber nicht
jeder könne. Damit war ich am nächsten Tag dabei.

Zunächst versuchten Sportfreunde, wie ein Übungsleiter
Ringen und ein ehemaliger Marinesoldat mit Kuttererfahrung die
Grundbegriffe des Ruderns auf die zwar kleinen aber immerhin
kräftigen ehemaligen Ringer, die jetzt zum Rudern gehörten,
zu übertragen. Wie es richtig ist wusste erstmal keiner.

Am 15.1.1965 wurde ich per Wahl dann Sektionsleiter.
Wasser gab es genug, der See misst in der Länge 10 Km und
ca. 1,5 Km in der Breite.

Der des Ruderns mächtig war, den gab es auch,
selbst Rennboote hatte der SC Dynamo Berlin schon geliefert,
sonst gab es aber nichts; wenn ich z.B. an das Wichtigste, das
Bootshaus denke oder an den notwendigen Bootssteg.
Das Bootshaus von der Sektion Segeln erbaut, hatte für unsere
Bedürfnisse völlig unzureichende Bedingungen - 1 WC und 1
Waschbecken - für 100 Sportler.

Zum Beispiel die Bootslagerung:
wir bastelten nach folgendem Plan: 2 Balken senkrecht, versenkt
im Betonboden und 2 Bretter waagerecht, hochkant gestellt. Das
Zuwasserbringen der Boote musste wegen der Lage der
Hallentore über das Gelände des Nachbarvereins ( BSG Lok,
Segeln) erfolgen, dann wurden die Boote ins Wasser getragen
und auch so eingestiegen.

Den Steg haben wir nach einiger Zeit selbst gebaut.
Ein treuer und versierter Helfer war damals schon
Sportfreund Gehm, dem viel zu verdanken ist, auch bei den häufig
anfallenden Reparaturen an den Booten leistete er eine wertvolle
Arbeit.

Das primitive Bootshaus blieb uns bis 1988/89 erhalten.
Ungeachtet der Situation des Bootshauses entwickelten wir den
Rudersport auch in Neubrandenburg. In unserem Bezirk, in dem
es sechs Sektionen Rudern gab, waren unsere Bedingungen
einmalig, so primitiv ging es nirgendwo zu, allerdings Projekte
zum Neubau gab es mehrere.

Das Training wurde sowohl auf dem Wasser als auch im
Kraftraum systematisch auf der Grundlage von
Rahmentrainingsplänen der DRSV durchgeführt. Das sagt sich
heute so einfach, aber wir hatten z.B. über Jahre kein Motorboot.
Das Training leitete ich zeitweilig vom Steg bzw. vom Einer aus.
Der Kraftraum wurde mit Eigenentwicklungen ausgestattet. Später
lieferte dann auch der SC Dynamo solche Geräte für das
ruderspezifische Krafttraining. Der Kraftraum war der
Gesellschaftsraum des Bootshauses, darin gab es Weihnachts und
Sylvesterfeiern, und wir schliffen und lackierten unsere Boote
darin.

Die Sektion Segeln benötigte ob unserer Kraftarbeit im Bootshaus
ein statisches Gutachten, man befürchtete einen Zusammenbruch
des Bootshauses. Der Statiker war auf unserer Seite.
Die Weiterbildung der Übungsleiter nahm in unserer
ehrenamtlichen Tätigkeit eine bedeutende Rolle ein. Dazu
gehörten neben der Übungsleiterausbildung bis zur Stufe 4,
Weiterbildungsveranstaltungen des DRSV und Hospitationen
beim SC Dynamo Berlin. Gemessen an den internationalen
Erfolgen der DDR-Ruderer und -Ruderinnen meinen auch wir,
unser Handwerk bestens verstanden zu haben.

Aus unserer Sektion sind eine Reihe international erfolgreiche
Sportlerinnen und Sportler hervorgegangen. Seit 1973 war die
Sektion Rudern Trainingszentrum des SC Dynamo Berlin und
delegierte jährlich 1 - 2 Sportler zur Weiterführung der Laufbahn
in das Leistungszentrum Berlin.
Von unseren Sportlern wurden gewonnen:

8 Goldmedaillen bei den JWM
7 Goldmedaillen bei den WM
2 olympische Goldmedaillen und
1 olympische Bronzemedaille

Als erfolgreichste Ruderin nenne ich stellvertretend für alle
anderen: Jana Sogers.

Die Auswahl und Vorbereitung geeigneter Schüler für den SC
Dynamo Berlin war unsere Hauptaufgabe. Dass wir mit vielen
anderen Sportlern ebenfalls einen organisierten Trainings- und
Wettkampfbetrieb durchführten, gehörte zu unseren gleichfalls zu
unseren zu unseren Aufgaben. Wir haben viele Kinder und
Jugendliche für den Rudersport begeistert.

Es gab mit verbesserten technischen Voraussetzungen, u.a. mit
neuen und bestens geeigneten Trainerbooten, eine Vielzahl von
Regattaerfolgen. bei regionalen und überregionalen Einsätzen,
wie Bezirks- und zentrale Kinder- und Jugendspartakiaden und
DDR-Jugendmeisterschaften. Ingesamt gelangen mir 250 Siege
während meiner Übungsleiterzeit mit unseren Aktiven.

Anfänglich waren im Bezirk Neubrandenburg die stärksten
Rudersektionen Anklam, Neustrelitz und Templin. In wenigen
Jahren führte unsere Sektion das Feld an.
Gleichzeitig mit der Entwicklung des Ruderns in Neubrandenburg
entwickelte sich auch die Leitungs- und Organisationstätigkeiten
in der Sektion. Wir konnten einen ständigen Mitgliederzuwachs
verzeichnen.

Aktivitäten, wie Kinderfeste, Sportfeste mit Eltern oder Besuche
des Weihnachtsmarktes in Berlin mit unseren Kindern und
Jugendlichen waren Inhalt unserer Gesamtarbeit. Das
Wanderrudern auf unserem, leider anschlußlosen See, konnten

wir bestens organisieren. Was dazu an Zelten, Luftmatratzen
Schlafsäcken u.a. gehörte, besaßen wir als Sektion. Der Rekord
in der Kilometerleistung je Jahr wurde von unserem Sportfreund
Reinhard Siebert mit 2341 Km gehalten.
Unsere Bemühungen wurden nach 25 Jahren dann, 1989 mit dem
Um- bzw. Neubau des Bootshauses belohnt. Mitglieder der
Sektion waren daran in über 3000 Arbeitsstunden beteiligt.

von Conrad Hinz - 2006 †

Dieser Artikel wurde in wesentlichen Teilen dem Heft 44
Wanderrudern und Umwelt in Mecklenburg Vorpommern,
vom August 2008 entnommen.



























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